NEUES VOM MÜLLPLATZ

So, eigentlich sollte man nur noch in Superlativen sprechen. Jeder Film, Entschuldigung, Blockbuster-Mega-Fick der seit undatiert geraumer Zeit die Taschen und Haushaltsgelder der größtenteils leider doch wahlberechtigten Zielgruppe da draußen zu verschlingen in die Lichtspielhäuser geworfen wird, ist die größte Scheiße seit dem letzten und bis zum nächsten Blockbuster-Mega-Fick!

Ob sich 90er Fotze Johnny Depp, somnambul wie in seinen letzten tausend Rollen unterm Dreispitz hervorlugend mit Piraten balgt oder die Matrix bzw. jeder andere Actionfilm mit identischen Kampfsequenzen Behinderten wie Keanu Reeves die Möglichkeit gibt Millionen zu verdienen und dabei das schauspielerische Talent von Durchfall zur Schau zu stellen, es ist eigentlich egal - scheiß-egalst, um im Superlativ zu bleiben.

Was sind die Möglichkeiten, dem Dreck in Schuhen dort draußen zu zeigen, daß es auch noch andere Filme gibt?

Ich werde diese Frage gerne beantworten: Tatarataaa ! Es gibt keine!

Zugegeben, mit einem Hockeyschläger die Besucherschaft von "League of Extraordinary Gentlemen" zu Gulasch prügeln klingt verlockend, wird aber nur in lebenslangem Zwangsurlaub in einer Institution resultieren, die in unserem Orwellschen Zeitalter oftmals "Haus Waldfrieden" oder "Tannenklinik" getauft werden. Und dort wird man dann dermaßen niedergedrogt, daß man sich nicht einmal mehr selbst den Arsch abputzen kann.

Natürlich, nach der Multiplex/Hockeyschläger-Aktion wäre das, ob der logischerweise daraus resultierten Sehnenscheidentzündung, eine Wohltat, aber irgendwann fühlt man sich doch seiner Würde entledigt. Spätestens, wenn im Aufenthaltsraum der große Johnny Depp Marathon stattfindet.

Ich schweife ab.

Die Filme, die wir hier bisher gezeigt haben, waren sicher nicht gerade Mainstream, wie mir die trotzdem erschienenen Heerscharen von Besuchern wohl bestätigen können.

Kleine Zwischenbemerkung: Etwa fünf Wochen nach unserer netten Dracula-Filmnacht mit Knoblauchbrot und Tomatensaft kamen einige unheimlich einfallsreiche Gothic-Event-Wichser im schönen Wiesbaden auf die Idee, mal eine Dracula-Filmnacht mit Knoblauchbrot und Tomatensaft zu veranstalten. Bravo, Ihr weißgetünchten Spastiker. Ich hoffe ihr habt danach so lange Vampir gespielt, daß es für AIDS für alle gereicht hat.

Trotzdem geht der Kampf in seine nächste Runde.

Als ich erfahren mußte, daß sich einige ausbeuterische Mißgeburten im Filmmuseum hier in Frankfurt berufen sahen, eine Antonio Margheriti Retrospektive abzuhalten, wurde ich unsanft an den Busen meiner liebsten Neurose zurückgeworfen:

Die Beanspruchung von Filmen aus dem weiten Feld des sogenannten Trash durch gelangweilte Eigner eines gefährlichen filmischen Halbwissens.

Will sagen, daß es noch immer der Tod eines Films, eines Regisseurs oder gar eines Genres ist, wenn man diese - am Besten wirklich noch aus der horriblen Mischung schierer Langeweile und ätzender Geltungssucht kommend - einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt.

Gerade in Zeiten verkrampfter (trashy) Sixties Revival Kultur mit Moptops in Kekswerbungen und zwischenzeitig einmal kurz allaround Trash-Begeisterten die sich notfalls auch von einem Christoph Schlingensief, die Musik des faschistischen Arschlochs Richard Wagner näherbringen lassen und nicht merken, daß ihnen das Faschistisches-Arschloch-Gen doch präsenter innewohnt als von einigen Kritikern erhofft, ist es nicht gerade leichter geworden, Filme ohne die Vorbelastung seliggesprochener Hipness zu sehen.

"Suuupi Film, hab' ich auf `ner Trash Film Party in Berlin gesehen"

Wieder abgeschweift?

Gut. Nach einem fröhlichen "Fuck You" an jeden der sich angesprochen fühlt:

Wir sind ohnehin die elitärsten (Superlativ!) Projektorbesitzer am Scheiß Platz.

Und um die nächste Ebene zu erreichen wird das Programm, zumindest das von mir zusammengestellte, ein einziges Superlativ-Massaker:

Ich will die bescheuertesten, schlechtesten, seltsamsten und so weiter Filme auf unsere kleine weiße Wand werfen, die die erlauchte Zuschauerschaft in ihrem kurzen Leben sehen wird.

Das ganze soll ab jetzt in einer die geistige Gesundheit massiv bedrohenden Häufigkeit geschehen und wird Reihen wiederkehrender Themen, wie z.B. "Die unglaublichsten deutschen Filme" beinhalten.

Das war soweit das Update aus meinem Hauptquartier. Filmnachttermine auf dieser Seite oder auf Flyern an ausgesuchten Orten.

Trinkt mehr Multivitaminsaft!

Christian, Frankfurt/M. Ende September 2003




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